Facharztausbildung für die Versorgung von Müttern und Babys in Haiti
 


Die Situation in Haiti
Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut, 20% sogar in extremer Armut mit weniger als 1 Dollar pro Tag zum Leben. Noch immer leiden die Menschen unter den Folgen des schweren Erdbebens 2010 und unter den verheerenden Verwüstungen durch Hurrikan Matthew 2016. Dazu kommt ein politisches Chaos, das dringende Probleme ungelöst lässt: Hunger, Elend, Kriminalität und extreme Umweltzerstörung prägen den Alltag der meisten Haitianer. Für viele geht es Tag für Tag ums Überleben.

Noch heute sterben zu viele Kinder in Haiti an eigentlich heilbaren Krankheiten. Ein akuter Mangel an Fachärzten, das schwache Gesundheitssystem und die große Armut erschweren den Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Kinder- und Müttersterblichkeit sind hoch und Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen zählen zu den häufigsten Todesursachen von Kindern, gleichwohl sie mit einfachen medizinischen Mitteln vermeidbar wären. Schätzungen zufolge steht landesweit 15.000 Haitianern nur ein Arzt zur Verfügung. Aus Mangel an beruflichen Perspektiven verlassen außerdem viele junge Mediziner das Land. Dadurch wird der bereits vorherrschende Ärztemangel nochmals verschlimmert. Besonders Neugeborene, Frühchen, kleine Kinder und Risikoschwangere leiden unter diesen schlechten Voraussetzungen.
 


Neue Perspektiven durch Facharztausbildungen
Um diesem Notstand entgegenzuwirken fördert die Fachärzte Augenheilkunde GmbH ein bisher einmaliges Ausbildungsprogramm für Kinderärzte in Haiti. Ziel dieses Programms ist es, junge haitianische Ärzte zu Kinderärzten weiterzubilden und ihnen im Land gute berufliche Perspektiven zu bieten.

Das Ausbildungsprogramm wird vom nph-Kinderkrankenhaus St. Damien in Kooperation mit der privaten Hochschule Université de Notre Dame d’Haiti sowie dem privaten Krankenhaus Bernard Mevs/Medishare durchgeführt. Jedes Jahr beginnen sechs haitianische Absolventen des Medizin-Studiums die dreijährige Facharztausbildung.

 


Verbesserung der Gesundheitsversorgung
Die ausgebildeten Fachärzte leisten einen essentiellen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Neugeborenen, Kindern, Jugendlichen und Müttern in Haiti. Nach Abschluss des Facharztprogramms können die Kinderärzte im Schnitt 10.000 Patienten pro Jahr behandeln. Angesichts der geringen Anzahl an Ärzten in Haiti ist dies ein enormer Zugewinn für die bedürftige Bevölkerung. Mit hochqualifizierten Kinderärzten, die noch in einem weiteren Facharztgebiet qualifiziert sind, wird zudem die Qualität der medizinischen Versorgung insgesamt nachhaltig verbessert und Kinder-, Säuglings- und Müttersterblichkeit noch besser entgegengewirkt.
Damit Mütter und Kinder in Haiti eine Chance auf Leben haben.