Intravitreale Injektionen (IVOM)

Innovative Medikamente wie Lucentis®, Eylea®, Avastin®, Jetrea® können das Fortschreiten von Makula- und Netzhauterkrankungen verhindern. Sie werden in regelmäßigen Abständen in den Glaskörper injiziert, der die Wirkstoffe langsam an die Netzhaut abgibt.


WAS IST EINE INTRAVITREALE INJEKTION?

Bestimmte Medikamente werden über eine intravitreale Injektion (IVOM) direkt in den Glaskörper des Auges verabreicht. Der Glaskörperraum wirkt als Medikamentenreservoir und gibt über mehrere Wochen permanent Wirkstoff an die Netzhaut und die Aderhaut ab. Die Behandlung ist effektiv und dank betäubender Augentropfen nahezu schmerzfrei, allerdings muss sie in regelmäßigen Zeitabständen wiederholt werden, ebenso wie auch regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig sind.


WIE LÄUFT DIE INTRAVITREALE INJEKTION AB?

Vor der Behandlung
Die intravitreale Injektion wird ambulant von unseren erfahren Augen-Operateuren durchgeführt. Im Anschluss daran können Sie in der Regel direkt wieder nach Hause.
Sie sollten am Behandlungstag eine bis zwei Stunden Zeit einplanen und eine Sonnenbrille mitbringen. Lassen Sie sich begleiten und fahren Sie nicht selbst Auto oder Fahrrad.

Behandlungsablauf
Für die IVOMs gelten strenge Hygienevorschriften, deshalb wird die Behandlung im Operationssaal durchgeführt.

  1. Zuerst wird die Pupille des zu behandelnden Auges mit Augentropfen geweitet.
  2. Daraufhin wird das zu behandelnde Auge mit Augentropfen betäubt.
  3. Dann werden das Auge und die umliegende Haut gereinigt.
  4. Eine feiner Bügel hält das Augenlid während der Behandlung geöffnet.
  5. Die Medikamente werden nun vom Arzt mit einer Spritze in das Innere des Auges injiziert. Dazu führt er die Nadel durch die weiße Augenhaut in den Augapfel, was möglicherweise ein leichtes Druckgefühl verursachen kann.
  6. Direkt nach der Injektion untersucht der behandelnde Arzt den Augenhintergrund und den Augeninnendruck, um das Ergebnis zu überprüfen sowie unvorhergesehene Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.


Nach der Behandlung:

Schon kurze Zeit nach der Behandlung können Sie sich von Ihrer Begleitperson nach Hause bringen lassen.

Beachten Sie bitte, dass mehrere Behandlungen nötig sind, um die gewünschte Wirkung zu erreichen. Unser Team wird mit Ihnen dafür einen individuell auf Sie zugeschnittenen Zeitplan erstellen und etwaige weiterführende Fragen mit Ihnen klären.


WELCHE MEDIKAMENTE KÖNNEN ÜBER IVOM VERABREICHT WERDEN?

VEGF – Hemmer
Erkrankungen der Netzhaut wie die AMD, die diabetische Retinopathie oder Gefäßverschlüsse lassen sich mittlerweile mit VEGF-Hemmern gut behandeln. VEGF steht für Vascular Endothelial Growth Factor und ist ein natürlicher Wachstumsfaktor des Körpers, der zum Beispiel die Erneuerung von Blutgefäßen bewirkt. Bei Patienten, die beispielsweise an einer feuchten AMD leiden, ist der Wachstumsfaktor überaktiv. Dadurch wachsen neue und undichte Blutgefäße in die Netzhaut ein. Diese Überproduktion an Wachstumsfaktoren kann durch das Verabreichen von VEGF-Hemmern direkt in den Glaskörper des Auges aufgehalten werden. So können krankhafte Gefäßneubildungen verhindert werden und das bereits erkrankte Netzhautgewebe kann sich unter Umständen wieder erholen.
Folgende VEGF-Hemmer werden zur Behandlung von bestimmten Netzhauterkrankungen eingesetzt:

•    Aflibercept (Handelsname Eylea®)
•    Ranibizumab (Handelsname: Lucentis®)
•    Bevazizumab (Handelsname: Avastin®)

Das preislich günstiger gelegene Avastin® ist bisher nicht für die Behandlung am Auge zugelassen, allerdings therapeutisch vergleichbar wirksam und verträglich wie das Lucentis® oder Eylea®. Das zeigen Vergleiche internationaler klinischer Studien.

Depot - Kortison
Auch bestimmte Depot-Kortisonimplantate können zur Anwendung kommen (z.B. Ozurdex®, Wirkstoff: Dexamethason). Ebenso wie die VEGF-Hemmer, hemmen Kortisonpräparate die Gefäßleckagen und bewirken so einen Rückgang der Netzhautschwellung. Zusätzlich weisen Sie noch eine stärkere antientzündliche Komponente auf. Nach der Injektion löst sich das Implantat langsam auf und gibt den Wirkstoff über mehrere Monate direkt an die Netzhaut ab. Auch die Behandlung mit Depot-Kortisonpräparaten muss regelmäßig wiederholt werden, allerdings sind die Zeitabstände mit 5-6 Monaten etwas länger als bei den VEGF-Hemmern.

Ocriplasmin
Für Erkrankungen, die mit einem übermäßigem Zug des Glaskörpers an der Makula einhergehen, kann auch die intravitreale Injektion von rekombinanten Plasmin angewandt werden (Jetrea®, Wirkstoff: Ocriplasmin). Jetrea® wird mittels einer einmaligen intravitrealen Injektion verabreicht. Es wirkt auf die Proteinfasern ein, die den übermäßigen Zug zwischen Glaskörper und Makula verursachen. Jetrea® löst diese Proteine auf, sodass nach einem Monat in ca. einem Drittel der Fälle die Traktion deutlich nachlässt und/oder kleine Makulalöcher verschlossen werden können.

Unser erfahrenes Ärzteteam entwickelt für Sie einen individuellen Behandlungsplan in Abhängigkeit von Ihrer Erkrankung und Ihrer Lebenssituation.